Einführung des Vorhand Flugballs in der Grobform bei beginnenden Kindern !
| Übungsleiter: | Marc Brenzel |
| Ort / Datum: | TZ Wehberg (1 Granulatplatz), 04.02.2004 |
| Dauer: | 55 Minuten (5 Minuten Platzpflege) |
| Teilnehmer: | 4 rechtshändige Anfänger (6-8 Jahre): Fritz Müller, Peter Meier, Rolf Schmidt, Ralf Bäcker (Namen fiktiv) |
| Richtziel: | Flugbälle in der Grobform erlernen |
| Grobziel: | Einsatz und Anwendung des Vorhand Volleys unter vereinfachten Bedingungen in spielerischer Form |
| Feinziele: | • ...sollen die Bewegungsunterschiede zum Vorhand Grundschlag erfahren (motorisch / sensorisch) |
| • ...sollen die taktisch-physikalisch günstigste Aufstellung / Position zum Netz kennenlernen (kognitiv) | |
| • ...sollen die technisch günstigste Schlagbewegung zum VH Volley vielfältig ausprobieren (motorisch) | |
| Einbindung der Stunde in die Reihe: | Jeweils
zwei Einheiten zum Vor- bzw. Rückhandvolley sollen einen ersten
Überblick zum Flugballspiel verschafften. Diese Stunden bildet den
Auftakt: 1. Ich habe heute meinen ersten Vorhand Volley gespielt 2. Ich treffe den Vorhand Volley schon wie ein Großer 3. Ich habe heute meinen ersten Rückhand Volley gespielt 4. Ich treffe den Rückhand Volley schon wie ein Großer |
Bei dieser ersten Volley Stunde soll es technikbezogen maximal auf vier Kriterien ankommen, die dem Trefferfolg und bedingt der Verletzungsprophylaxe dienen: 1. Eastern-Griff / Festes Handgelenk; 2. Keine "Schleife"; 3. Früher Treffpunkt; 4. Netzposition. So ist mit dem sogenannten Vorhandgriff auch der Vorhand Volley am mechanisch einfachsten zu schlagen, da es beim frühen Treffpunkt leicht seitlich und deutlich vor dem Körper keiner wesentlichen Korrekturen der natürlichen Handgelenksstellung mehr bedarf, um die Schlägerfläche senkrecht zu stellen. Der frühe Treffpunkt soll hier eher der Ballkontrolle dienen, als einer günstigeren Ballbeschleunigung. Ebenso verhält es sich mit dem leicht nach hinten, aber vor allem fixierten Handgelenk. Im Gegensatz zur bereits erlernten Ausholbewegung beim Vorhand Grundschlag ist ferner aus Zeitgründen auf ein weites Zurücknehmen des Schlägers in der Vorbereitungsphase zu verzichten. Weitere Technikkriterien sowie Variationen des obengenannten (weicheres Handgelenk beim Stopp, Semicontinentalgriff bei flacheren Bällen eventl. günstig) sind in einer Einführungsstunde selbstverständlich auszuklammern.
Fritz Müller ist der leistungsstärkste und älteste in der
Vierergruppe. Er spielte bislang bereits einige Male mit seinem Vater, dabei
eher versehentlich Vorhandbälle aus der Luft von der T-Linie aus. Dabei holte
er ebenso weit aus -> Netzposition & keine "Schleife".
Peter Meier ist von zierlicher Gestalt und hatte bereits bei vorherigen
Vorhand Grundschlag Aufgaben Probleme mit der Kraftübertragung bzw.
Schlägerhaltung. Besonders langsames, vorsichtiges Zuspiel ist hier angezeigt
-> Festes Handgelenk.
Rolf Schmidt hat laut Erzählungen bereits einmal mit Freunden am Strand
mit einem Speckbrett Bälle aus der Luft geschlagen. Zu achten ist hier auf die
richtige Benutzung des Tennisschlägers bzw. den korrekten Griff.
Ralf Bäcker wurde von seiner Mutter in der vergangenen Woche neu zum
Training angemeldet und weist angeblich keine Spielerfahrung auf. Er soll sich
an die Gruppe gewöhnen und sich mit den übrigen Teilnehmern vertraut machen.
Förderziele sind im Anschluss festzulegen.
Ohne an dieser Stelle eine erneute Diskussion zu führen, ob es nun sinnvoller ist, mit dem Flugball, dem aufspringenden Ball oder allem gleichzeitig in den ersten Tennisstunden zu beginnen, folgt hier eine isolierte VH Volley Stunde, nachdem der aufspringende VH- (und auch RH-) Grundschlag bereits zuvor kurz behandelt wurde. Bei einem hier vorliegenden, nur einstündigen (Breitensport-) Training in der Woche reichen zwei VH Volley- Einheiten hintereinander aus Gründen der Abwechslung vollkommen aus, um erste Einblicke in die Schlagtechnik zu verschaffen. Die TN sollen folglich Analogien und Vergleiche zum zuvor behandelten Vorhand Grundschlag bilden. In der dritten und vierten Einheit zum Rückhand Volley müssen in komplexerer Weise sowohl beide Volleyschläge als auch die beiden Rückhandschläge (RH Volley und RH Grundschlag) unterschieden werden. Obwohl einige Autoren vom Rückhandvolley als leichtesten Schlag im Tennissport berichten, wurde hier willkürlich mit der Vorhand begonnen. Da es im Tennissport üblicher ist, aufspringende Bälle zu schlagen, werden die Flugbälle in einer mittelfristigen Planung hier generell untergewichtet.
Auch diese Einheit steigert vom Leichten zum Schweren, indem in der ersten Aufgabe Ball und Schläger entfallen, in der zweiten und dritten Aufgabe nur der Ball hinzukommt und erst in den letzten beiden Aufgaben tennisspez. volliert werden soll. In der Hauptphase (4. Aufgabe) entfällt die methodische Hilfe der Standortmarkierung, in der Abschlussaufgabe die erzwungene "Hilfe", nicht zu weit auszuholen. Insbesondere die erste und letzte Aufgabe entsprechen dem Integrationsbedürfnis des neuen Teilnehmers.
| Zeit | Phase | Aktivität ("TN"=Teilnehmer, "ÜL"=Übungsleiter) | Sozialform / Medien | Kommentar |
| 4 Min | Aufwärmen | Alle TN sollen in einer Spielfeldhälfte durcheinander laufen. Wenn sich zwei TN näher kommen, sollen sie sich per Handabklatschen in zuvor demonstrierter VH Volley Form ohne Schläger begrüßen, anfangs zusätzlich ihren Namen nennen. ÜL kontrolliert die richtige "Abklatsch - Technik". In zwei kleinen Unterbrechungen o.g. Technikerklärungen. | Gruppe;
Spielfeldhälfte |
- läuferische Erwärmung mit Stundenthema
verknüpft
- Namentliche, lockere Einbeziehung des neuen TN |
| 12 Min | Eröffnungsspiel | Alle TN stehen mit je einem Ball am hinteren Vorhang. Auf ein Zeichen sprintet ein TN zu einer netznahen Markierung (Taschentuch 1,5 m vom Netz postiert) nach vorne und wirft/schubst seinen Ball in zuvor demonstrierter VH Volley Technik (ohne auszuholen...) auf ein kurz hinter dem Netz aufgestelltes Ziel. Treffer sollen gezählt werden, insofern der Ball nicht (wie sonst üblich) nach hinten zum Nacken ausgeholt wird. Nach der abgelaufenen Zeit Punktevergleich. | Einzeln;
Taschentuch |
- Einprägung der üblichen
Volleyposition durch eine Markierung
- Von der bekannten Wurfsituation zum unbek., reglementierten, kurzen "Schubsen" |
| 12 Min | Variation | Wie oben; allerdings läuft der TN nun ohne Ball zur Markierung und soll dann einen exakt vom ÜL zugeworfenen Ball vor dem Körper ohne vorherigen Bodenkontakt mit seiner Schlaghand fangen: Gefangen + 2 Pkt., nur berührt + 1 Pkt.! Punktevergleich wie oben ohne "Konsequenzen". | s.o., ohne Tasche | - Festigung der Schlagposition am Netz
- Verdeutlichung der hierbei unerwünschten Ausholbewegung |
| 15 Min | Hauptphase | Alle TN stehen mittig hintereinander an der T-Linie. Je zwei TN sollen zur eingeübten Netzposition aufrücken. Der Vordermann soll nun fünft exakt zugeworfene VH Volley spielen, der Hintermann steht passiv dich hinter ihm. Danach kommt das zweite Paar, die Paare wechseln nach jeder Runde untereinander, d.h. jeder ist abwechselnd passiver Mitläufer dahinter. | Paarweise;
Schläger und (Methodik-)Bälle |
- Vorherige Demonstration der erwünschten
Schlagtechnik des ÜL als Pantomime, also ohne Worte
- ggf. Korrektur nur der o.g. Technikpunkte - Hintermann als Zwang, nicht auszuholen, da dieser sonst vom Schläger getroffen würde. |
| 12 Min | Abschluss | Alle TN stehen mit ihrem Schläger am hinteren Vorhang. ÜL nennt nun ein Merkmal (Haarfarbe, Größe, T-Shirt Marke, Geschwisteranzahl etc.), auf dass der angesprochene TN an die nun bekannte Netzposition sprintet und fünft exakt zugeworfene VH Volleys ins Feld spielen soll. Danach zur Ausgangsposition, weitere Merkmalnennung des ÜL abwarten. | Einzeln
s.o. |
- Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit
- Besseres Kennenlernen, v.a. Integration des neuen TN - Abschließende Kontrolle der bisher erlernten Technikkriterien |
2004 by www.Marc-Brenzel.de